In der Rückrunde 2009/2010 waren sie wieder erfolgreich.
Der Grasshopper Club Zürich war nach langer Zeit, einst wieder an der oberen Tabellenspitze mit einem Punktevorsprung von 20 Punkten auf den Stadtrivalen, dem FC Zürich. Platz 3 belegten die Hoppers und kamen so in die Qualifikation der Europa-League gegen einen unattraktiven aber starken rumänischen Gegner: Steaua Bukarest.
Das Hinspiel verlor man auswärts knapp mit 1:0. Im Rückspiel reichten 90 Minuten und eine Verlängerung nicht und so kam es zum Penaltyschiessen. GC verlor mit 3:4 und konnte seine Europäischen Träume begraben.
Nun, knapp ein halbes Jahr später sind die Grasshoppers abgeschlagen auf dem letzten Platz. Gerade mal 3 Siege in insgesamt 18 Meisterschaftspartien konnten erzielt werden. 19 Tore schoss man und fast doppelt so viele wurden kassiert. (31 Tore) Eine Bittere Bilanz und ein grosser Warnschuss trotz vielen Verletzten in der Hinrunde.
Einst galt man als der Nobelklub – jetzt will plötzlich keiner mehr einsteigen.
Das aktuelle Team besteht hauptsächlich aus GC-Junioren, welche die GC-Schule absolvierten und anschliessend in der 1. Mannschaft aufgenommen wurden. Eine Strategie, weil dem Klub schlicht und weg das Geld für neue/erfahrene Spieler fehlt. Die Vereinsleitung sucht stets verbissen nach weiteren Geldgebern, hat aber bis jetzt niemanden gefunden. Traurig, für einen der erfolgreichsten Vereine der Schweiz, welcher finanziell und sportlich angeschlagen ist und dem niemand helfen möchte.
Lizens für die Saison 2010/2011 wurde erlangt, jetzt steht man aber ohne Stadion da
Als Urs Linsi im Februar 2009 zum neuen Präsident von GC ernannt wurde, sollte alles besser werden. Dazumals traf er einen hochverschuldeten Klub an, welcher keine Lizenz für die Saison 2010/2011 von der Swiss Football League erhalten hat. Dank der treue Unterstützung der Fans und weiteren Gönnern konnte ein Teil des Defizits gestopft und eine Lizenz erlangt werden. Nur bis jetzt konnte auch Linsi und Co. es nicht zustande bringen, weitere Geldgeber zu mobilisieren. Im Winter dieses Jahres musste der Klub ausserdem den Mietvertrag für das Stadion Letzigrund künden, da die Mietkosten und die Umbaukosten nicht mehr tragbar sind. Uns Fans freut der Gedanke natürlich, nicht mehr ins “Dräcks-Letzi” zu gehen. Doch wie traurig ist denn die Situation, in einem Stadion wie das Brügglifeld oder in Winterthur spielen zu müssen, geschweige denn, dass diese Stadien gar noch nicht Super League tauglich sind, obwohl wir eigentlich eine Heimstätte hätten: den Hardturm!
2003 hat das Zürcher Stimmvolk abgestimmt – 2011 wird immer noch gestritten.
Die Finanzen sind das eine. Das Heimstadion das andere.
Im Jahr 2003 haben Herr und Frau Zürcher klar Ja zu einem neuen Hardturmstadion gesagt. Nun 8 Jahre kommt man weiterhin nicht vom Fleck. Anwohner können durch Rebellion ein Projekt so hinauszögern bis schliesslich eine CS aussteigt. Politiker können ein Budget streichen, dass sich schlussendlich der Bau weiterhin verzögert. Ein Irrwitz der Gesellschaft. Anfang Februar 2011 wird es sich zeigen, ob das geplante Budget trotzdem freigegeben wird oder nicht. Bei der GCblog.ch Umfrage hat sich gezeigt:
- 57% glauben an eine weitere Verzögerung
- 36% glauben nicht mehr daran, dass das Hardturm-Projekt realisiert wird und
- 7% sind der Meinung dass das Budget freigegeben wird und das Stadion nun endlich gebaut wird
Die Führung und der Trainer haben in den schwierigen Zeiten immer von “es chunt scho guet” oder “es bruucht no Ziit” gesprochen. Doch wie lange wollen wir das noch machen? Wie lange möchten wir die aktuelle Krise noch Schönreden? Wie lange möchten wir noch zusehen, wie ein Klub wie GC an Image verliert? Rekordmeister hin oder her. Mit Schönreden kommt man nicht weiter und mit dem Titel Rekordmeister kann man sich nichts kaufen. Wir vom GCblog.ch müssen uns ebenfalls an der eigenen Nase nehmen, da wir das Wort auch schon benutzt haben. Wir sind aber der Meinung, dass ein Wort wie Rekordmeister in der aktuellen Lage/Situation nichts zu suchen hat. Es ist wichtig, nach vorne zu schauen und nicht in der Vergangenheit zu schwelgen. So nach dem Motto: Vorwärts GC Zürich! Oder haben Sie schon mal gehört, dass man sich mit dieser Anzahl der Erfolgen sich etwas leisten kann, à la Super- oder Cumuluscard? Wohl eher nicht.